Meiningen: Naziangriff auf Antifaschisten

Am Abend des vergangenen Dienstag (9. Juni 2015) griffen zwischen 22.45 und 23.00 Uhr drei bekannte Neonazis zwei Meininger Antifaschisten in der Sachsenstraße tätlich an. Beide Betroffene wurden verletzt und anschließend durch die Polizei kontrolliert.

Bei den Angreifern handelt es sich um die Neonazis Andy Döpel, Andreas Rickes und Nico Werner aus der Nazigruppe „Brigade Werratal/Rennsteig“ bzw. deren Umfeld. Die Täter hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder an den SÜGIDA/THÜGIDA-Aufmärschen beteiligt. Die Nazis schlugen und traten auf die Betroffenen ein bis diese sich schließlich in einen Hinterhof flüchten konnten und von dort die Polizei riefen. Diese verhielt sich, wie sich die Thüringer Polizei nunmal verhält. Statt die Täter zu verfolgen, kontrollierte sie die Betroffenen und machte Atemalkoholtests. Scheinbar ist das wichtig, um den Nazianwälten schonmal Argumente zu liefern, falls es doch zu einer Verhandlung kommt.

Die Betroffenen mussten schließlich im Krankenhaus behandelt werden, kamen bis auf Blessuren aber mit dem Schrecken davon. Der Nazi Andy Döpel verlor beim Angriff sein Telefon, bedrohte in der Folge nochmals einen der angegriffenen Antifaschisten und bittet bei der Suche um Mithilfe.

Dass es im Vorfeld von Naziaufmärschen zu Angriffen kommt, weil die örtliche Szene wieder Oberwasser hat, ist kein ungewöhnliches Phänomen. Umso deutlicher und aus Solidarität mit allen Betroffenen von Nazigewalt gilt es den Nazis am kommenden Sonntag ihren Aufmarsch zu vermiesen!

Braune Untriebe in Meiningen aktiv.

In Meiningen kann man vermehrt braune Aktivitäten beobachten,welche sich in Form von Sachbeschädigung bis Gewalt gegen Menschen bemerkbar machen.

Hier eine zusammengestellter Bericht darüber.

Öffentliche Anfeindungen gegenüber Asylsuchenden in M G N.

Vor ca. 4 Wochen versuchte eine Mitarbeiterin vom ,,Roten Kreuz“ (Sozial Station) auf dem Mittleren Rasen zwei Jugendliche Asysuchende mit dem Dienstwagen zu überfahren. Die zwei Jugendlichen befanden sich gerade auf dem Heimweg vom ,,Mittleren Rasen“ ins Neubaugebiet, als ihr Weg eine Mitarbeiterin der Sozial Station kreuzte. Die junge Frau beschimpfte beide mit folgenden Worten
„Ihr Ausländer macht hier nur Dreck und Ärger.“
Die beiden Jugendlichen versuchten einen Dialog gegenüber der Dame aufzubauen, doch offensichtlich war dies ohne Erfolg. Die Mitarbeiterin des ,,Roten Kreuz“ setzte noch einen drauf und begab sich in ihren Dienstwagen und versuchte beide Jugendliche zu überrollen.

Vor ca. 5 Wochen verließ eine Familie aus dem Kosovo den Aldi im Neubaugebiet. Sie begaben sich in Richtung Neubaugebiet, wo sie momentan in einer Neubauwohnung leben. Als sie den Heimweg antraten, bemerkten sie ein Auto, welches sich in ihre Richtung bewegte, dies geschah aber auf dem Gehweg. Die Familie konnte sich aus der Gefahrenzone befreien in dem sie vom Gehweg sprangen.
Quellen sind, von Opfern die dies erlebten.

Am Samstag den 16.05.15 wurde das Schild des Wahlkampfbüros der Linken in der Eleonorenstr. zum wiederholten Male beschädigt. Es wurde mit schwarzer Lackfarbe und Aufklebern versehen. Die Aufkleber hatten den Aufdruck „Der dritte Weg“, welches eine extrem rechte Gruppierung darstellt.

Am 18.05.15 gegen 21 Uhr 45, begegnete Sandro Witt, lt. seines Post´s auf facebook, auf dem Pulverrasen in Meiningen einer Gruppe von 7 bis 8 Neonazis. Aufgrund seines Äußeren (Irokesenschnitt)drehte sich einer der Faschisten zu ihm um und rief ,,na Zecke“. Dann begann die Hetzjagd, doch glücklicherweise konnten sie Sandro nicht erwischen.

Meiningen entwickelt sich langsam wieder zu einem braunen Fleck auf der Landkarte. Faschisten formieren sich nun wieder neu in einer Gruppe.

Die vermehrten rechten Aktivitäten sind wahrscheinlich auf die neu gegründete Brigade Werratal-Rennsteig zurück zu führen. Ein Mitgründer dieser Bewegung ist ein Meininger namens Andreas Rickes. Rickes tritt in der Öffentlichkeit als typischer Stiefelnazi auf, B-Jacke und Glatze.
Die rechte Gruppierung Brigade Werratal-Rennsteig ist vorwiegend überregional auf Naziaufmärschen anzutreffen.

Hier ein paar Bilder von der besagten Person und eines weiteren Mitglieds der Brigade: an vorderster Front der Demo rechts im Bild Andreas Rickes, links im Bild Nico Werner

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Andreas Rickes (linkes Bild,links am Transparent Kindergärten) und Nico Werner (rechtes Bild,am Transparent rechts aussen)gemeinsam beim Thügida-Aufmarsch in Neuhaus

Naziaufmarsch (Thügida) nun auch in Meiningen am 14.06.2015

Nach PEGIDA, HOGESA, SÜGIDA, PEGADA und THÜGIDA verlagert nun der nächste skurrile Auswurf deutscher Ideologie seine Aktivitäten vom Internet auf die Straße. Am Sonntag, den 14. Juni 2015 will die Gruppe „Patriotische Europäer sagen Nein“, kurz: PEsN in Meiningen aufmarschieren. Mehrere Gruppen rufen zu Widerstand auf.

Aufbruchstimmung im Nazimilieu

Die gestiegenen Flüchtlingszahlen, die anhaltende mediale Aufmerksamkeit und die in Deutschland traditionellerweise stark verbreiteten rassistischen Ressentiments in der Mehrheitsbevölkerung bescherten faschistischen Strukturen in Thüringen regen Zulauf. Mit dem Aufkommen von PEGIDA und Konsorten im vergangenen Jahr hat sich die Naziszene in Thüringen organisatorisch verbreitert. In Meiningen will am 14. Juni nun eine Gruppierung aufmarschieren, die aus jenem Dunstkreis rassistischer Basisbewegungen stammt, welche sich bisher nicht in einer Organisation zusammenführen ließen, auch wenn sie inhaltlich nicht voneinander zu unterscheiden sind. PEsN und THÜGIDA/SÜGIDA unterscheidet nichts als der Name und das Personal. Die Inhalte bleiben dieselben: substanzloses, unaufgeklärtes Gejammer gegen „die da oben“, die man gerne gegen bessere Führer ersetzen will, und die Hetze gegen jene, denen es noch dreckiger geht als einem selbst: Flüchtlinge, egal woher. PEsN ist eine Vereinigung von üblen Rassisten und Antisemiten und über die Motivation solcher Leute ist vieles schon gesagt worden.

Proteste

Gegen den Aufmarsch von PEsN regt sich in Meiningen, einer Stadt, in der Anti-Nazi-Proteste, im Gegensatz zu Hildburghausen, schon immer zahlreiche Unterstützer*innen fanden, Widerstand. Das örtliche Bündnis gegen Rechts plant eine Gegenkundgebung in der Innenstadt und auch autonome Antifaschist*innen in Meiningen rufen zu dezentralem Widerstand gegen den PEsN-Aufmarsch auf. Die Nazis, näheres hierzu später, planen wohl, ausgehend vom Bahnhof, eine Runde um den Stadtpark zu drehen.

Die Antifaschistischen Gruppen Südthüringen rufen dazu auf, die Proteste in Meiningen zu unterstützen!
Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

7. Mai 2015: Vortrag & Diskussion zum Nachleben des Nationalsozialismus in Meiningen

Am 8. Mai 1945 trat die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft. Sie ist durch die gemeinsame Anstrengung der Anti-Hitler-Koalition erzwungen worden. Die alliierten Streitkräfte beendeten damit endgültig den deutschen Vernichtungskrieg und die fast vollständige Ausrottung des europäischen Judentums. Doch die viel beschworene „Stunde Null“ fand nicht statt. Ungezählten Funktionären des NS-Regimes gelang es, ihre Karrieren in der neuen Bundesrepublik fortzusetzen. Vielen gesuchten Nazikadern gelang die Flucht, v.a. nach Südamerika. Über verschiedene Fluchtwege in Europa, die heute in der Forschung oft als Rattenlinien bezeichnet werden, sowie durch Untergrundnetzwerke gelangten SS-Offiziere, KZ-Aufseher und andere Nazis unter falschen Namen ins sichere Ausland. Der Vortrag soll beleuchten, wie es geschafft werden konnte, tausenden Kriegsverbrechern zur Flucht zu verhelfen, welche Akteure dabei eine Rolle spielten und wie Nazis auch nach Kriegsende eine wichtige Rolle für das Nachleben des Nationalsozialismus spielten.

Der Vortrag soll am Vortag des 70. Jahrestages der Befreiung, am 7. Mai im Kunsthaus in Meiningen ab 19.00 Uhr stattfinden. Anschließend findet eine Diskussion statt.

Rock für Courage

Rock für Courage am 08. Mai im Marstall Meiningen

Liebe Journalistinnen und Journalisten,
der diesjährige Aktionstag des Bündnisses für Demokratie und Toleranz startet am 08. Mai 2015, um 15.00 Uhr, im Hof des Meininger Marstalls. Ab 15.00 Uhr beginnt das kunterbunte Familienprogramm mit einem Familiencafe, Spiel- und Bastelangeboten, Kinder schminken, Länder Quiz und Kuchenbasar. Der Bund-Kreisverband gestaltet z.B. Collagen und Tierplastiken aus Altpapier. Auch die Kleiderbörse „Stoffwechsel“ stellt sich auf den Laufsteg im Marstall. Zum Stoffwechsel und rund um die Uhr wird auch um Spendengeld für Flüchtlinge gebeten. Außerdem werden im Hof des Marstalls Infostände und die Ausstellung „Flucht und Asyl“ präsentiert.
Auf dem Bühnenprogramm steht am Freitagnachmittag, um 16.30 Uhr, die „Clown „Kelle“ Show“ auf der Bühne. Um 18:00 Uhr beginnt im Saal des Marstalls ein Vortrag mit Martin Arnold, vom Flüchtlingsrat Thüringen, zum Thema: „Das Boot ist voll“ – Fakten und Zahlen über Flüchtlinge in der EU und weltweit“. Im Anschluss ist eine Diskussion mit Berichten von Flüchtlingen geplant.
„Wir gedenken am 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus besonders der Menschen, die aus den Kriegsgebieten dieser Welt fliehen müssen und Schutz vor Verfolgung bei uns suchen. Sie haben alles verloren, ihre Heimat, ihr Hab und Gut und kommen gezeichnet von der Last des Erlebten hier an. Diejenigen, die selber während des zweiten Weltkrieges fliehen mussten, können sicher sehr gut nachvollziehen, wie schwer dieses Schicksal zu ertragen ist. Wir heißen Flüchtlinge willkommen und werden sie nach allen Kräften unterstützen“, so Ulrich Töpfer, Sprecher des Bündnisses.
Auf der Marstallbühne beginnt mit der Internationalen Frauentanzgruppe um 20.00 Uhr das Abendprogramm. Im Anschluss werden der Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peter Heimrich, sowie der Bürgermeister der Stadt Meiningen, Fabian Giesder, den Aktionstag offiziell eröffnen. Danach wird endgültig im Programmtakt die Bühne gerockt. Nämlich um 20.30 Uhr mit der Reggae-Crew „Jahcoustic & Fireman“ aus Berlin. Gefolgt von den Beatboxern und Videoclips. In den Clips erzählen Flüchtlinge von ihrer Flucht und Ankunft in Deutschland. Um ca. 23.00 Uhr steht der musikalische Leckerbissen aus Prag, mit Ska- und Soulmusik, auf den Brettern. Die Band „Discoballs“ gibt sich die Ehre den „Rock für Courage“ austanzen zu lassen. Die Band wurde 2006 gegründet und nahm im Sommer 2008 ihr erstes Album „Discovery Channel“ auf. Es wurde sofort als bestes Album in der Kategorie Ska/Reggae bei der tschechischen Version des Grammy nominiert.

Veranstaltet wird der Aktionstag vom Bündnis für Demokratie und Toleranz mit Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, des lokalen Aktionsplanes „Vielfalt verstehen – Chancen sehen“, des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, und der IG Metall Suhl-Sonneberg.




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